Leserbrief Windkraftfan-Anonymus 22.03.2021 im Zollernalbkurier

Ein Windkraftfan-Anonymus (m/w/d) hat mir geschrieben: „Wenn ich Ihre Leserbriefe zur Windkraftindustrie lese, frage ich mich immer wieder, woher Sie Ihren Strom beziehen“. Antwort: Mein Strom kommt aus der Steckdose! Hätte man sich im Januar und Februar diesen Jahres auf die Erneuerbaren Energien verlassen müssen, wäre es an etlichen Tagen zum Strom-Blackout gekommen. Daniel Wetzel (Die Welt) berichtet: Das zum 1. Januar 2021 abgeschaltete leistungsstärkste Steinkohlekraftwerk Heyden musste auf Ersuchen des Netzbetreibers seit dem Jahreswechsel bereits sechsmal wieder hochgefahren werden. Grund waren unter anderem auch Dunkelflauten (keine Sonne und kein Wind) im Januar und Februar. Heyden ist vorerst für die sichere Stromversorgung unverzichtbar.

Zwei weitere Kraftwerke – Walsum 9 und Westfalen E – die zum 1. Januar 2021 ebenfalls stillgelegt wurden, müssen wohl auf unbestimmte Zeit in Betrieb bleiben. Der Netzbetreiber beantragte bei der Bundesnetzagentur die Anlagen als systemrelevant einzustufen und die Eigentümer zum Weiterbetrieb als Reservekraftwerke zu verpflichten.

Die Bundesnetzagentur berichtet monatlich über die Stromerzeugung und den Stromhandel (SMARD Strommarktdaten). Hier erfährt man, dass z. B. die Windkrafteinspeisung an Land im Februar 2021 um 50,9 % gegenüber dem Vorjahresmonat eingebrochen ist. Auf der Website BBI-WK.de wird jeden Monat für geplante Windkraft in Winterlingen eine Wirtschaftlichkeitsprognose erstellt. Fazit: 11.514 Haushalte können rechnerisch im Durchschnitt mit Strom versorgt werden. Vortex gibt 26.500 Haushalte an.

Da Windkraft in Winterlingen nichts zu unserer Stromversorgungssicherheit beitragen wird, wehre ich mich gegen die Gesundheitsgefährdung durch Windkraftanlagen. Auch die geplante Zerstörung von Natur und Landschaft kann ich nicht gutheißen.

Der Bundesverband WindEnergie sucht übrigens für die Geschäftsstelle in Berlin eine*n Referent*in für den Bereich Politik zur „Übersetzung“ der Anliegen der Windenergie gegenüber den politischen Entscheidungsträgern (und umgekehrt). „Übersetzung“ klingt hier harmlos: Dahinter verbirgt sich knallharter Lobbyismus, der auch schon mal als Korruption verstanden werden kann.

Herbert Bitsch, Gustav-Blickle-Str. 19, 72474 Winterlingen

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